Von zwei auf 20 Prozent in fünf Jahren: die AG Pro Biosimilars zieht Bilanz

Genau fünf Jahre nach Gründung der Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars sind Biosimilars zu einer unverzichtbaren Säule der Arzneimittelversorgung geworden. Machten sie im Mai 2015 noch einen Anteil von rund zwei Prozent an der Versorgung mit biopharmazeutischen Arzneimitteln aus, beläuft sich dieser heute* auf über 20 Prozent.

Aus fünf biosimilaren Wirkstoffen, die im Mai 2015 in Deutschland auf dem Markt waren, sind inzwischen 14 Wirkstoffe geworden, die biosimilar – also mit Wirkstoffen ohne klinisch relevante Unterschiede und bei gleicher Qualität – verfügbar sind. Dabei profitieren immer größere Patientengruppen von Biosimilars, so etwa Rheuma, Diabetes- und Brustkrebs-Patienten.

Der Grund: Biosimilars sind Nachfolgepräparate, die nach Patentablauf auf den Markt kommen und deutlich günstiger sind als das Original.

Peter Stenico, Vorsitzender der AG Pro Biosimilars: „Gesundheit für alle – das ist das Prinzip der Biosimilars. Sie sorgen dafür, dass eine größere Anzahl von Menschen bezahlbaren Zugang zu einer Behandlung mit kostspieligen Biopharmazeutika hat. Außerdem entlasten sie das Gesundheitssystem massiv, sparten allein 2019 rund 340 Millionen Euro** ein.“

Ein Siegeszug, den die AG Pro Biosimilars seit ihrem Bestehen nach Kräften unterstützt. Am 21. Mai 2015 hatte sie sich als Zusammenschluss von neun Firmen aus dem Branchenverband Pro Generika heraus gegründet. Seitdem steht sie Unternehmen offen, die Biosimilars entwickeln, herstellen und vermarkten.

Stenico: „Dass die Biosimilars den Markt derart effektiv durchdringen konnten, verdanken sie stabilen Rahmenbedingungen und dem Vertrauen von Patienten und Ärzten. Diese zu bewahren, ist Aufgabe der Politik. Das Ziel der AG für die Zukunft ist klar: Mehr Anteile an der Versorgung bedeuten mehr Einsparungen und mehr Patienten, die von der innovativen Biologika-Therapie profitieren können.“

 

* März 2020

** Quelle:  AG Pro Biosimilars, INSIGHT Health, “Einsparungen und Einsparpotentiale durch Biosimilars”,  https://probiosimilars.de/Einsparpotentiale-Biosimilars_Feb-2020.pdf

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Peter Stenico ist neuer Vorsitzender der AG Pro Biosimilars

Die AG Pro Biosimilars hat am 11.03.2020 ihren Vorsitzenden sowie dessen Stellvertreter neu gewählt. Neuer Vorsitzender ist Peter Stenico, Leiter Specialty Geschäft und Vorstand der Hexal AG. Er wird vertreten von Walter Röhrer, Associate Director Market Access Biosimilars bei der Biogen GmbH.

Neue Anlage 3 der Hilfstaxe bevorzugt teures Altoriginal – und stellt Biosimilars schlechter

Rückwirkend zum 1. März ändern sich die Konditionen, nach denen Apotheken patientenindividuelle Zubereitungen zum Beispiel für die Krebstherapie abrechnen können. Das geht aus der neuen Anlage 3 zur Hilfstaxe hervor, die gestern veröffentlicht wurde. Die neue Regelung sieht bei den biopharmazeutischen Wirkstoffen Trastuzumab und Rituximab unterschiedliche Erstattungspreise für Erstanbieter und Biosimilars vor.

„Die niedrigeren Abschläge für Altoriginale sind ein falsches Signal für die nachhaltige Versorgung“, sagt Peter Stenico, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars. „Sie belohnen die Praxis der Erstanbieter, kaum Rabatte auf die hohen Listenpreise zu gewähren. Biosimilar-Anbieter hingegen werden abgestraft dafür, dass sie oft zu deutlich niedrigeren Preisen die Versorgung sichern.“

Beim Wirkstoff Trastuzumab haben sich der Deutsche Apothekerverband e. V. (DAV) und Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) auf Abschläge von einem Prozent beim Original und zwanzig Prozent Abschlag bei den Biosimilars geeinigt. Bei Rituximab liegt der Abschlag des Originals bei 4,2%, die Biosimilars bei 7,5%.

Auch wenn die Auswahl des Produktes in erster Linie in der Hand des verschreibenden Arztes verbleibt, erhöht die neue Regelung die Attraktivität für den Apotheker, das teurere Erstanbieterprodukt abzugeben. Diese indirekte Steuerung führt nach Einschätzung der AG Pro Biosimilars weg von preisgünstigen Versorgungsalternativen und ist weder im Sinne der Versicherten, noch im Sinne des Gesundheitssystems.

Einsparungen und Einsparpotentiale durch Biosimilars

INSIGHT-Studie zeigt: Zielvereinbarungen bergen ein Einsparpotential von 328 Millionen Euro pro Jahr

Die konsequente Umsetzung von Zielvereinbarungen, die regional von den  Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) getroffen werden, könnte Einsparungen in Höhe von 328 Millionen einbringen. Das ergab eine Studie des Marktforschungsinsituts „INISIGHT Health“ im Auftrag der AG Pro Biosimilars.