Biosimilars sind Nachfolgeprodukte biologischer Originalpräparate, die von ihrer Wirkung her vergleichbar – jedoch deutlich günstiger sind. Dass sie seit dem Jahr 2006 mehr und mehr in die Versorgung kommen, hat maximal positive Effekte. Und zwar in den genau den Bereichen, die für ein funktionierendes Gesundheitssystem entscheidend sind. Denn: Der durch Biosimilars ausgelöste Wettbewerb führt zu sinkenden Preisen im Biologika-Markt. Durch die massiven Einsparungen erhalten mehr Patient:innen Zugang zu einer Biologika-Therapie. Es gibt eine stabile Versorgung – nicht zuletzt auch dank diversifizierter Produktionsstandorte und eines starken Standorts Europa.
Der Wettbewerb läuft auf Hochtouren
2006 kam mit Omnitrope® das erste Nachfolgeprodukt eines biopharmazeutischen Arzneimittels nach Patentablauf auf den Markt – und der Siegeszug der Biosimilars in Gang. Schon früh begannen die Ärzteschaft, Kassenärztliche Vereinigungen, Patient:innen und Patientenvereinigungen den Biosimilars mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Kassenärztliche Vereinigungen klärten alle Beteiligten auf und stellten Informationen zur Verfügung. Und die Krankenkassen taten das Ihrige, um mehr Biosimilars in die Versorgung zu bringen.
An Adalimumab wurde deutlich: Der Wettbewerb funktioniert
Wie gut der Wettbewerb funktionierte, zeigte sich 2018 mit dem Patentablauf des bis dahin weltweit umsatzstärksten Arzneimittels Humira® (Wirkstoff: Adalimumab): Vom ersten Tag an standen erstmalig drei Biosimilars in den Startlöchern und heizten den Wettbewerb an. Spürbare Preisabsenkungen waren die Folge.
In den nachfolgenden Monaten kamen weitere Unternehmen dazu – mit dem Ergebnis: Schon wenige Monate nach Patentablauf von Humira®, wurde die Hälfte der benötigten Tagestherapiedosen durch Biosimilars zur Verfügung gestellt. Im Dezember 2023 war der Preis für die Tagestherapiedosis Adalimumab um knapp 44 Prozent gesunken.

Immer schneller: die Marktdurchdringung mit Biosimilars
Der Blick auf die Wirkstoffe insgesamt zeigt: Mit zunehmendem Wettbewerb und Vertrautheit des fachärztlichen Personals mit Biosimilars halbiert sich die Zeit bis Biosimilars einen Marktanteil von 50 Prozent erreicht haben. Waren es bei Infliximab und Etanercept noch rund 26 bzw. 25 Monate, betrug die Zeit bis zur Marktdurchdringung bei Rituximab und Adalimumab schließlich bloß noch 11 bzw. 12 Monate.
Der Wettbewerb führt zu Einsparungen
Biologische Arzneimittel kommen bei der Behandlung vieler schwerer Erkrankungen zum Einsatz. Allerdings sind sie aufgrund ihrer aufwändigen Herstellungsprozesse auch besonders teuer. Einen großen Teil der Arzneimittelausgaben verwenden die Krankenkassen dafür. Biosimilars sorgen hier für Entlastung.
Sobald der Patentschutz endet, können Biosimilars für die Patientenversorgung bereitgestellt werden. Dies führt zu sinkenden Preisen. Dabei ist zu beachten: Nicht nur der Preis der Biosimilars, sondern auch der Preis für das Originalpräparat sinkt. Aber auch die Originalhersteller stehen unter starkem Druck, den Krankenkassen Rabatte zu gewähren.