
27.04.2026 / Erneut gibt es exklusive Ausschreibungen für Biosimilars – mit der Barmer, der DAK Gesundheit, GWQ Service Plus AG oder der TK preschen jetzt weitere Krankenkassen vor. Sie haben fast alle Biosimilar-Wirkstoffe ausgeschrieben und wollen die Zuschläge teils exklusiv vergeben: an den Hersteller, der den günstigsten Preis bietet.
Möglich ist das, weil der G-BA Ende 2025 sämtliche Biologika mit dem gleichen Wirkstoff für austauschbar erklärt hat. Nach intensiven Diskussionen im Pharmadialog lehnen das Bundesgesundheitsministerium sowie viele Gesundheitspolitiker den harten Weg exklusiver Ausschreibungen jedoch ab – führt er doch zu negativen Auswirkungen auf Versorgungssicherheit und Biotechnologie-Standort Deutschland.
„Die Politik will diese Ausschreibungen nicht – aber die Krankenkassen ignorieren das“, sagt Dr. Christopher Kirsch, Vorsitzender der AG Pro Biosimilars. „Im Pharmadialog wurde besprochen, dass es eine Regelung braucht, die eine Wiederholung der Versorgungsmisere bei Generika verhindert. Statt zu warten, bis diese verabschiedet ist, schaffen die Kassen Fakten.“
Dieses Vorgehen konterkariert nicht bloß den politischen Willen. Es löst bei den Unternehmen auch Chaos aus. Nicht zu wissen, welche Rahmenbedingungen nun gelten, ist Gift für Investitionen und strategisch nachhaltige Entscheidungen.
„Wir brauchen klare Regeln und müssen uns auf politische Zusagen verlassen können“, so Kirsch. „Hier darf es keinen Vertrauensverlust geben.“ Er sieht nur eine Möglichkeit: „Die Politik muss den Krankenkassen klar machen, dass sie die exklusiven Ausschreibungen nicht will – und eine entsprechende Regelung schleunigst auf den Weg bringen.”
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