Arzneimittelsubstitution (Austauschbarkeit von Arzneimitteln)


Chemisch-synthetisierte Arzneimittel, die den gleichen Wirkstoff in der gleichen Darreichungsform und Wirkstärke enthalten, können in der Apotheke substituiert (ausgetauscht) werden. Dies ist bei Generika untereinander und im Verhältnis zu wirkstoffidentischen Erstanbieterprodukten der Fall. Wenn der verschreibende Arzt den Austausch nicht ausgeschlossen hat, muss der Apotheker eines der drei preisgünstigsten Arzneimittel mit diesem Wirkstoff oder das namentlich verordnete abgeben. Besteht zudem ein Rabattvertrag für dieses Arzneimittel zwischen der Krankenkasse des Versicherten und einem Arzneimittelhersteller, muss vorrangig das rabattierte Arzneimittel ausgehändigt werden.

Anders sieht dies bei Biopharmazeutika aus. Hier sollte die Therapieentscheidung stets beim behandelnden Arzt liegen. Da die Europäische Zulassungsbehörde EMA die Wirksamkeit und Sicherheit von Biosimilars mit der Zulassung feststellt, kann der Arzt Biosimilars bei therapienaiven Patienten einsetzen, allerdings ist auch eine Umstellung auf Biosimilars während einer laufenden Therapie möglich. Dies hat auch das Paul-Ehrlich Institut (PEI) bestätigt.

Im Arzneimittel-Rahmenvertrag zwischen Apotheken und Krankenkassen wird für bestimmte Biopharmazeutika eine Austauschfähigkeit durch den Apotheker festgelegt, allerdings handelt es sich dabei ausschließlich um solche Biopharmazeutika, die aus derselben Produktionsanlage stammen (sogenannte Bioidenticals).