August 2022

Fast alle Biopharmazeutika-Verordnungen unter Rabattvertrag

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Biosimilars sorgen für Wettbewerb und somit für massive Einsparungen. Rabattverträge, die die Krankenkassen mit den Herstellern abschließen, senken die Kosten zusätzlich. Im zweiten Quartal 2022 waren in den Wirkstoffmärkten, in denen es Biosimilars gibt, bereits 91,7 Prozent der Verordnungen biopharmazeutischer Arzneimittel unter Rabattvertrag.

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Juli 2022

Versorgungsanteil von Biosimilars auf zwei Drittel gestiegen

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Der Anteil von Biosimilars an der Versorgung ist im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Bei den Wirkstoffen, für die es Biosimilars gibt, liegt er bereits bei 66,3 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 57,8 Prozent. Das zeigt: Ärztinnen und Ärzte verschreiben von Jahr zu Jahr mehr Biosimilars. Den automatischen Austausch, der die Marktanteile der Biosimilars künstlich erhöhen soll, braucht es nicht.

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Juni 2022

Automatische Substitution: eine Gefahr für die Therapiesicherheit

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Derzeit bestimmen Arzt oder Ärztin, welches biopharmazeutische Präparat eine Patient:in bekommt. Mit der automatischen Substitution ändert sich das. Das Präparat wird in der Apotheke ausgetauscht. Arzt oder Ärztin erfahren nicht, was ihre Patient:in bekommen hat – eventuell auftretende Nebenwirkungen können sie nicht zuordnen.

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Presse

Aktuelle Marktdaten belegen: automatische Substitution von Biosimilars ist unnötig

(Berlin) Drei Jahre Zeit gab der Gesetzgeber den Akteuren der Biosimilar-Versorgung,  als er 2019 das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) verabschiedete. Bis zum Sommer 2022 werde sich zeigen, wie sich der Biosimilar-Markt entwickle. Erst dann sollte mit der automatischen Substitution das härteste Kostensparinstrument des deutschen Gesundheitssystems eingeführt werden.

Jetzt ist es so weit. Die Frist ist um und die neuesten Zahlen des Biosimilar-Marktes zeigen:
Es braucht die automatische Substitution nicht mehr. Denn

  • Biosimilars gelangen von ganz allein in die Versorgung. Bei den Wirkstoffen, für die es Biosimilars gibt, haben diese einen Versorgungsanteil von durchschnittlich zwei Dritteln.
  • Biosimilars sorgen bereits für massive Einsparungen. Deren Höhe steigt von Jahr zu Jahr steil an. Insgesamt wurden dank Biosimilars schon mehr als vier Milliarden Euro eingespart.
  • Das Instrument der Rabattverträge drückt die Kosten zusätzlich. Rund 90 Prozent der abgegebenen Packungen von Biosimilars stehen unter Rabattvertrag. Und das ganz ohne automatische Substitution.

Dazu sagt Dr. Christopher Kirsch, stellvertretender Vorsitzender der AG Pro Biosmilars: „Die Akteure der Biosimilar–Versorgung haben die Dreijahresfrist genutzt und alle gesundheitspolitischen Ziele erreicht. Biosimilars kommen schnell in die Versorgung, sorgen für massive Einsparungen und stehen trotzdem für maximale Versorgungssicherheit. Die Politik sollte jetzt innehalten und sich bewusst machen: Noch mehr Einsparungen sind nur auf Kosten der Versorgungssicherheit zu haben. Wohin das führt, haben wir bei den Generika gesehen. Deshalb wundert es nicht, dass Akteure wie Ärzte- und Apothekerschaft sowie die Patientinnen und Patienten die Substitution einmütig ablehnen.“

Warum es die automatische Substitution nicht braucht und sie aus Sicht der AG Pro Biosimilars sogar gefährlich ist, lesen Sie hier.

Unsere neue Broschüre „Biosimilars in Zahlen“ mit aktuellen Zahlen, Daten und Fakten können Sie hier herunterladen.  Die Publikation nimmt den gesamten Markt, die einzelnen Wirkstoffe sowie die Biosimilars der Zukunft unter die Lupe.

20.06.2022

Mai 2022

Frankreich führt automatische Substitution ein – aber auf nur zwei Wirkstoffe begrenzt

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Während Deutschland den Biopharmazeutika-Austausch in der Apotheke offenbar bei sämtlichen Wirkstoffen erlauben will, geht Frankreich deutlich behutsamer vor. So ist die Substitution im Nachbarland vorerst nur bei den Wirkstoffen Filgrastim und Pegfilgrastim möglich.

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Presse

Verbändeappell: Automatische Substitution von Biopharmazeutika stoppen!

Die Verbände der pharmazeutischen Industrie sprechen sich gegen die automatische Substitution von Biopharmazeutika in Apotheken aus, die in Kürze wirksam werden soll. Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH), der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), die AG Pro Biosimilars und der Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) fordern den Gesetzgeber zum Handeln auf: Es ist nicht hinnehmbar, die sichere Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Blick auf keinesfalls gesicherte Einsparungsaussichten auszuhebeln und gleichzeitig den Pharmastandort Deutschland zu gefährden. Die Therapieentscheidung, hochkomplexe Moleküle wie Biopharmazeutika einzusetzen, gehört in die Hände von Ärztinnen und Ärzten und darf nicht im Nachhinein aufgeweicht werden.

Der Wettbewerb mit sogenannten Biosimilars, also Nachfolgepräparaten von Original-Biopharmazeutika, funktioniert: Das Segment wächst in Deutschland sehr stark. Die Präparate gelangen schnell in die Versorgung. Der Anteil an rabattvertragsgeregelten Verordnungen liegt bereits bei 90 Prozent. Das alles führt bereits zu signifikanten Einsparungen im Gesundheitssystem. Ärztinnen und Ärzte sind bereits jetzt schon gesetzlich dazu angehalten, die Einsparungspotentiale bei der Verordnung von Biopharmazeutika zu mobilisieren, indem sie von vorneherein rabattbegünstigte Biopharmazeutika verordnen und bei ihrer Verordnung entsprechende Biosimilarquoten gemäß der jeweiligen Arzneimittelvereinbarungen erfüllen.

Ein automatischer Austausch in der Apotheke mobilisiert daher langfristig kaum weitere Wirtschaftlichkeitsreserven. Vielmehr führt dies in den Apotheken zu einem Mehraufwand durch mehr Abstimmungsprozesse zwischen Apotheke und Arzt. Zudem birgt ein Präparatewechsel die Gefahr von Medikationsfehlern, er gefährdet den Therapieerfolg und wirkt sich letztlich negativ auf die Kosten im Gesundheitssystem aus. Perspektivisch führt der automatische Austausch zu Folgekosten, nicht zu Einsparungen.

Biopharmazeutika sind hochkomplexe Arzneimittel und kommen häufig bei schweren chronischen Erkrankungen zum Einsatz. Aus diesem Grund ist für den Therapieerfolg eine engmaschige ärztliche Begleitung erforderlich, auch um Nocebo-Effekte zu vermeiden.

Deutschland braucht einen starken Produktionsstandort für Biopharmazeutika als entscheidende Voraussetzung für Liefer- und Versorgungssicherheit sowie für Investitionen und Innovationen. Deutschland verfügt bereits über hervorragende Kapazitäten. 56 Prozent der in Europa benötigten Biosimilars werden in Europa produziert. Daher ist es fahrlässig, diese durch kurzfristig angelegte Sparmaßnahmen nachhaltig zu schwächen. Sparmaßnahmen und Mehrfachregulierungen haben bereits im Generika-Segment dazu geführt, dass sich Produktionsstätten und Know-how nach Asien verlagerten und in gewissen Regionen konzentriert haben. In der Folge sehen wir eine erhebliche Marktverengung auf allen Produktionsstufen. Es ist abzusehen, dass eine automatische Substitution von Biopharmazeutika in Apotheken die gleichen Prozesse auslösen wird. Wir sollten die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Dies würde zudem das erklärte Ziel der Regierung sowie der EU konterkarieren, Deutschland und Europa zum international führenden Biotechnologie-Standort zu machen.

Hintergrund:

Laut dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) vom August 2019 soll der Gemeinsame Bundesausschuss (G‑BA) Hinweise für den automatischen Austausch von Biopharmazeutika in Apotheken – ohne Einbeziehung der Ärztinnen und Ärzte – erarbeiten, die spätestens im August 2022 in Kraft treten sollen. Diese Regelung stößt auf breite Ablehnung seitens der Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Patientinnen und Patienten sowie pharmazeutischen Unternehmen.

Die Stellungnahme finden Sie hier.

19.05.2022

April 2022

Biosimilars für immer mehr Indikationen: 300 neue Zulassungsstudien in der Pipeline

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In den kommenden Jahren wird es immer mehr Biosimilars geben. Die Zahl der Erkrankungen, gegen die sie eingesetzt werden, steigt – etwa in der Onkologie, Immunologie, Ophthalmologie und Dermatologie. Immer mehr Biosimilars, das bedeutet: sinkende Kosten und mehr Zugang für die Patient:innen. Hier zeigen wir, für welche Indikationen das schon bald gelten kann!

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Presse

Walter Röhrer von Biogen ist neuer Vorsitzender der AG Pro Biosimilars

Die AG Pro Biosimilars hat heute ihren Vorsitzenden sowie dessen Stellvertreter neu bestellt. Neuer Vorsitzender ist Walter Röhrer, Associate Director Market Access Biosimilars, Biogen GmbH. Er wird vertreten von Dr. Christopher Kirsch, Head Market Access Sandoz/Hexal AG.

„Ich freue mich auf diese Aufgabe und die Zusammenarbeit mit den Mitgliedsunternehmen sowie der Geschäftsstelle“, sagte Röhrer, der in den vergangenen beiden Jahren bereits stellvertretender Vorsitzenden der AG Pro Biosimilars war. „Der Einsatz von Biosimilars ermöglicht es, dass wir mindestens zwei Ziele erreichen, die für die Gesundheitspolitik essentiell sind“, sagt er. „Patientinnen und Patienten erhalten vermehrt und schneller Zugang zu modernen Biopharmazeutika-Therapien – und gleichzeitig senken sie noch die Kosten.“

Dabei seien die Potenziale der Biosimilars noch gar nicht ausgeschöpft. „Die Erfolgsgeschichte der Biosimilars ist erst am Anfang“, sagt Röhrer. „Derzeit existieren Biosimilars für 16 Wirkstoffe – und es gibt rund 300 laufende Zulassungsstudien weiterer Biosimilars. Das wird die Behandlung weiterer Patientengruppen revolutionieren.

Als Vorsitzender der AG Pro Biosimilars will sich Röhrer vor allem für nachhaltige Marktbedingungen einsetzen. „Ab Sommer tritt eine gesetzliche Regelung in Kraft, die das funktionierende System der Biosimilars erheblich bedroht. Noch hat die neue Regierung die Chance, rückgängig zu machen, was die alte beschlossen hat. Noch kann sie die automatische Substitution – also die Gleichsetzung von Biosimilars mit den Generika – außer Kraft setzen. Reagiert sie jetzt nicht, wird sie bei den hochsensiblen Biopharmazeutika neue Probleme schaffen. Für die Versorgungssicherheit und damit für die Patientinnen und Patienten.“

31.03.2022

März 2022

Biosimilars haben schon mehr als 4 Milliarden Euro eingespart

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Die Höhe der Einsparungen, die durch den Einsatz von Biosimilars erzielt werden, steigt von Jahr zu Jahr. Immer mehr Originalpräparate laufen aus dem Patent, immer mehr Biosimilars drängen auf den Markt. Dank dieser Dynamik hat das Gesundheitssystem bereits mehr als 4 Milliarden Euro eingespart. Zufrieden ist die Politik aber nicht. Sie will noch mehr sparen und Biopharmazeutika ab Sommer wie Generika in der Apotheke automatisch austauschen lassen. Das ist nicht nur gefährlich, es ist auch unnötig. Denn die Einsparungen steigen von ganz alleine.

Biosimilareinsparungen

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Presse

Pro Generika & AG Pro Biosimilars zum Entwurf des Finanzstabilisierungsgesetzes

  • Das Preismoratorium ist eins der Instrumente, die die Versorgungssicherheit gefährden
  • Absenkung der Mehrwertsteuer kann dazu führen, dass Generika-Hersteller in Rabattverträgen draufzahlen
  • Zwangsrabatt trifft mit Biosimilar-Unternehmen die falschen, denn sie sorgen jetzt schon für Einsparungen

(Berlin) Gestern wurde ein erster Entwurf für ein GKV-Finanzstabilisierungsgesetz bekannt. Darin enthaltene Passagen betreffen auch die Generika- und Biosimilarunternehmen in Deutschland.

Dazu sagt Peter Stenico, Vorstandsvorsitzender von Pro Generika: „Die Entscheidung das Preismoratorium beizubehalten, finde ichfatal. Denn die Tatsache, dass die Preise für Arzneimittel auf dem Niveau von 2009 festgefroren sind, ist einer der Gründe, warum es immer wieder zu Engpässen kommt.“

Gleichzeitig warnt Stenico vor einem unbeabsichtigten Kollateralschaden, den die Absenkung der Mehrwertsteuer mit sich bringen könnte. Denn: „Einige Rabattverträge sind so gestaltet, dass Generikaunternehmen Rabattzahlungen an die Krankenkassen steuerlich geltend machen können. Sinkt nun die Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent, drohen den Unternehmen massive Mindereinnahmen durch eine entsprechend verringerte Steuererstattung. Dies wird dazu führen, dass Rabattverträge für die Unternehmen unwirtschaftlich werden können. Sie müssten dann ihre Lieferverpflichtung erfüllen und dabei sogar noch draufzahlen. Es gilt also sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt. “

Mit Blick auf Biosimilars – also Nachfolgepräparate ehemals patentgeschützter Biopharmazeutika –  sagt Stenico: „Auch beim Zwangsrabatt tritt ein Effekt ein, der vermutlich nicht beabsichtigt ist. Denn die Anhebung desselben trifft mit den Biosimilar-Unternehmen eindeutig die falschen. Biosimilars sorgen bereits jetzt dafür, dass mehr Patient:innen gut versorgt werden können, dabei aber die Kosten der Krankenkassen nicht steigen, sondern sinken. “

16.03.2022

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