Verbesserung Versorgungsqualität durch Biosimilar-Zielvereinbarungen

Im Rahmen des diesjährigen Kongresses des Bundesverband Managed Care (BMC) hat die Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars ein Symposium zum Thema „Der Weg der Biosimilars in die Versorgung: Regionale Erfolgsmodelle“ ausgerichtet.

Moderiert durch Andreas Mihm, Frankfurter Allgemeine Zeitung, diskutierten Dr. med. Wolfgang-Axel Dryden, 1. Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dr. Mani Rafii, Mitglied des Vorstandes der BARMER, und Dr. Andreas Eberhorn, Vorsitzender der AG Pro Biosimilars und Mitglied des Vorstandes Hexal, über Selektivverträge, Zielvereinbarungen und andere Best Practices.

Symposium "Zielvereinbarungen zu Biosimilars können Versorgungsqualität verbessern" am 24.01.2017
Symposium „Zielvereinbarungen zu Biosimilars können Versorgungsqualität verbessern“ am 24.01.2017

Das eigentliche Geheimnis sei die gute Kommunikation, so Dryden. Die KVWL berate ihre Ärzte individuell. Denn gute Information und das daraus resultierende Vertrauen seien entscheidend. Regionale Zielvereinbarungen zwischen KV und Krankenkassen seien ein wirksames Instrument, um die Versorgungsqualität zu verbessern. Manche Ärzte hätten früher aus Angst vor Regress moderne Biologika vermieden, Biosimilars würden helfen diese Sorgen abzubauen, so Dryden weiter.

Biosimilars zeichneten sich durch die gleiche Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit aus wie die Erstanbieterpräparate, jedoch für weniger Geld, so Rafii. Einsparungen aus Biosimilars könnten nicht zuletzt dazu genutzt werden, um Investitionen in Innovationen zu ermöglichen. Um diesen Vorteil zu nutzen, sei die transparente Information des Arztes entscheidend. Seitens der Krankenkassen und KVen würden nur die Rahmenbedingungen geschaffen, über die Verordnung entscheide der Arzt.

Die richtigen Rahmenbedingungen seien jedoch von zentraler Bedeutung, so Eberhorn. „Die enormen regionalen Unterschiede bei den Verordnungsanteilen der Biosimilars lassen sich medizinisch nicht erklären. Insofern sind Zielvereinbarungen der richtige Weg, um auf regionaler Ebene einen Dialog zwischen Krankenkassen und KVen anzustoßen und die möglichen Einsparungen der Biosimilars für das Gesundheitssystem auch tatsächlich zu realisieren“, so Eberhorn. „Gerade mit Blick auf anstehende Patentabläufe und die großen Potenziale der Biosimilars für die Immunologie und Onkologie, sollte die Politik ihre abwartende Haltung ablegen. Die Pipelines sind gut gefüllt, jetzt müssen die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.“

Chancen von Biosimilars für die Rheumatherapie nutzen

Der 12. Oktober ist Weltrheumatag. Die Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars nimmt dieses Datum zum Anlass, um mit einem Film auf die noch ungenutzten Potenziale der Biosimilars für die Rheumatherapie hinzuweisen.

Biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe haben die Therapiemöglichkeiten für Menschen mit Rheuma vor einigen Jahren erheblich erweitert. Die sogenannten TNF-alpha-Inhibitoren machen Therapieerfolge möglich, die vor ihrer Einführung unvorstellbar waren. Patientinnen und Patienten können durch ihren Einsatz ein enormes Plus an Lebensqualität erfahren.

Doch die Therapie mit biologisch hergestellten Arzneimitteln ist sehr kostenintensiv. Hier können Biosimilars – Nachfolgepräparate von biotechnologischen Arzneimitteln– bei gleicher Versorgungsqualität für die Betroffenen erheblich zur Entlastung der Solidargemeinschaft beitragen.

Dass die Potenziale von Biosimilars noch nicht ausreichend realisiert werden und welche Wege dorthin führen, zeigt der neue Film der Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars, der die Ergebnisse einer Studie von Simon-Kucher  „10 Jahre Biosimilars – Lessons Learned“ anschaulich zusammenfasst.

Der Film zur Studie.

Grundlegende Fragen zu Biosimilars, ihrer Entwicklung und Wirkung beantwortet der Erklärfilm „Was ist ein Biosimilar?“.

Hier sind die Studienergebnisse.